Eurovision Song Contest 2007: Riedel Communications sorgt für perfekte Kommunikation
Am 12. Mai 2007 war die Hartwall Arena im finnischen Helsinki Schauplatz des 52. Eurovision Song Contests (ESC). Der zum ersten Mal in Finnland abgehaltene Wettbewerb war mit 42 Teilnehmerländern, 10.000 Besuchern und über 120 Millionen Fernsehzuschauern der größte seit Bestehen des Grand Prix. Die Veranstaltung wurde von 42 Rundfunkanstalten über das Eurovision Netzwerk in ganz Europa sowie weltweit bis nach Australien übertragen.
Der Wettbewerb setzte nicht nur in Sachen Ton- und Lichtausstattung neue Maßstäbe, sondern auch in den Anforderungen an das Intercom-System. Je komplexer Event- und Fernsehproduktionen werden, desto wichtiger wird die Kommunikationsinfrastuktur, die die Koordination der Produktion sicherstellt. Die Anforderungen für das Kommunikationssystem beim Eurovision Song Contest 2007 waren sehr anspruchsvoll. Zum einen galt es, die nötige Flexibilität für ein großes Live-Event bereitzustellen, zum anderen die Anforderungen einer komplexen Fernsehproduktion zu berücksichtigen. „Ohne die richtige Kommunikationstechnik im Hintergrund sind aufwendige Produktionen wie dieser Song Contest undenkbar. Ich habe hier zum ersten Mal mit den digitalen Riedel Intercom Systemen gearbeitet und dabei festgestellt, welch einen Unterschied die Wahl des Kommunikationssystems macht. Live-Produktionen führen immer zu unvorhersehbaren Änderungen. Mit dem Riedel-System zogen veränderte Anforderungen lediglich ein paar Mausklicks nach sich, das übliche Umverkabeln entfiel“, sagte Matti Helkamaa, Technischer Leiter Audio für den ESC2007.
Weniger Kabel durch dezentralen Aufbau
Basierend auf der Fähigkeit der Artist Intercom Systeme, mehrere Mainframes via Lichtwellenleiter zu verbinden, konnten die Riedel-Techniker einen Intercom-Node im Bühnenbereich, einen am FOH, einen im Green Room und zwei Nodes im MCR Bereich platzieren. Die Installation beinhaltete zudem die zwei Artist Systeme aus dem Prisma HD-1 Übertragungswagen, der für den finnischen Hostbroadcaster YLE vor Ort war. Alle sieben Artist Intercom Systeme waren über einen redundanten Lichtwellenleiter-(LWL)-Ring zu einer masterlosen, nicht blockierenden Matrix verbunden. „Der dezentrale Aufbau unseres Systems erlaubte es, die Matrix-Mainframes dort zu platzieren, wo sie gebraucht werden und dennoch von überall aus unbegrenzeten Zugriff auf alle Ports des Gesamtsystems zu haben. Dadurch konnten wir den Verkabelungsaufwand stark reduzieren und Aufbauzeit sparen“, erklärt Simon Korzen, Projekt Manager bei Riedel Communications.
Nahtlose Integration von Matrix- und Partyline-Intercom
Die Intercom-Lösung bestand aus dem digitalen Artist Matrix-Intercomsystem mit ingesamt 95 Artist 1000 Sprechstellen, das mit Riedels digitalem Partyline-System Performer verbunden war. Der Anschluss der Partylines an die Matrix erfolgte über neun Performer C44 System-Interfaces. Die Interfaces versorgten die Beltpacks mit Spannung und ermöglichten die nahtlose Einbindung des Partyline-Systems in die Matrix-Umgebung. Die Partylines, bestehend aus 35 digitalen C3 2-Kanal Beltpacks, wurden per Daisy-Chain über Mikrofonkabel verbunden, ganz wie ihre analogen Pendants. C3 Splitboxen ermöglichten eine flexible Verteilung der Partylines. Die Konfiguration der Partylines erfolgt ebenso wie die des Matrix-Systems per Drag-and-Drop in der Konfigurationssoftware Director. Das komfortable Windows-Programm ermöglicht die zentrale Programmierung und Überwachung des gesamten Kommunikationssystems.
Digitale Audioqualität machte einen Unterschied
Um auch im hohen Umgebungslärm einer Live-Veranstaltung optimale Kommunikation zu gewährleisten, waren alle Sprechstellen, Beltpacks und Funkgeräte mit Riedels stark schalldämpfenden MAX-Headsets ausgestattet. Über diese konnten Kameraleute, Lichtdesigner, Regisseure und auch die Juroren untereinander problemlos kommunizieren. „Die überragende Audioqualität der digitalen Beltpacks in Verbindung mit Riedel’s schalldämmenden MAX Headsets ergaben eine Sprachqualität, die ich noch nicht erlebt habe“, sagte Helkamma. „Lästige Nebengeräusche, die bei analogen Produkten stets zu hören sind, waren einfach weg. Das machte die Arbeit deutlich weniger ermüdend.“
Professionelle Funktechnik von Motorola
Als drahtlose Intercom-Lösung setzte Riedel 200 professionelle Funkgeräte des Hauses Motorola ein. Die Funkinstallation umfasste 24 Funkkanäle, der Anschluss an die Matrix erfolgte über 24 Riedel RiFace Funkinterfaces.
Lichtwellenleiter (LWL) Installation von Riedel
Zusätzlich zu den Intercom- und Funklösungen lieferte Riedel auch die Glasfaser(LWL)-Infrastruktur für die Veranstaltung. Die Riedel-Techniker verlegten zusätzlich zu der am Veranstaltungsort vorhandenen LWL-Installation noch etwa 6,5 Kilometer Glasfaser. Das LWL-Netzwerk diente als Audio-Backbone für die Veranstaltung, primär für die LAWO-Kreuzschienen und das Riedel Intercom-System. „Die von Riedel für unsere Veranstaltung bereit gestellte LWL-Lösung lief ohne jeden Zwischenfall“, sagte Helkamaa.
Nächster Eurovision Song Contest in Serbien
Gewonnen hat den diesjährigen Eurovision Song Contest die serbische Sängerin Marija Serifovic. Sie bekam 268 Punkte mit ihrem Song „Molitva“. Zuschauer aus den 42 teilnehmenden Ländern wählten ihren Lieblingssong über ein europaweites Televoting-System, das von Digame/Deutsche Telekom für die European Broadcasting Union (EBU) entwickelt und betrieben wurde. Der Tradition des Wettbewerbs folgend wird der nächste ESC in Serbien ausgetragen werden.
Veröffentlicht:
Freitag, 25. Mai 2007
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